Einfluss von Stickstoffmonoxid auf die Aggression der Mittelmeergrille

von Jacqueline Hammer (17, Sächs. Landesgymnasium St. Afra zu Meißen)


Kategorie: Biologie
Betreuer: Dr. Jens Viehweg (Sächs. Landesgymnasium St. Afra zu Meißen)
Wettbewerbsart: Jugend forscht

Gewonnene Preise:
  • 3. Platz im Regionalwettbewerb

Die komplexen hormonellen Vorgänge der Emotionen sind noch weitgehend unerforscht, darunter auch die der Aggression. Sie ist der Garant dafür, begrenzte Ressourcen mit minimalen Kosten zu erlangen.

Grillen besitzen ein kleines und vergleichsweise einfaches Nervensystem. Durch das daraus resultierende stereotype Aggressionsverhalten sind Grillen besonders gut für das Experiment geeignet.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Wirkung von Stickstoffmonoxid (NO) auf das Aggressionsverhalten von Grillen. Dabei wurde der Einfluss eines kompetitiven NO-Synthase-Hemmers, N?-Nitro-L-argininmethylesterhydrochlorid (L-NAME), in zwei Versuchsreihen auf das Kampfverhalten von kampfunerfahrenen Kontrahenten untersucht. Nicht nach 15 oder 30 Minuten, sondern erst nach 60 Minuten zeigten sich signifikante Unterschiede.

Die Tiere, die mit L-NAME behandelt wurden, kämpften länger und erreichten ein höheres Aggressionslevel im Vergleich zu den Tieren, die mit dem biologisch inaktiven Isomer N?-Nitro-D-argininmethylesterhydrochlorid (D-NAME) behandelt wurden. Damit konnte indirekt gezeigt werden, dass NO als Neuromodulator einen wesentlichen, hemmenden Einfluss auf das Aggressionsverhalten hat.

Es spricht für eine komplexe neuronale Steuerung der Emotion „Aggression“, dass die mit L-NAME behandelten Grillen nicht endlos weiterkämpften. Weitere Untersuchungen könnten dabei helfen, diese Vorgänge Schritt für Schritt aufzuklären.

Einfluss von Stickstoffmonoxid auf die Aggression der Mittelmeergrille